Zwei Kursanfragen für Dienstag 18 Uhr, beide per WhatsApp, du hast in einer Excel-Zeile den falschen Namen überschrieben — und plötzlich stehen sieben Leute im Raum statt sechs. Das Buchungssystem für Yogalehrer wird spätestens ab der ersten Doppelbuchung zum Thema, oft schon früher. Wer nebenberuflich mit einer Handvoll Teilnehmer startet, glaubt zuerst, Zettel und Google-Kalender reichen. Nach zwei Monaten reichen sie nicht mehr.
Wir haben acht Buchungssysteme durchgespielt, die für angehende Yogalehrer im deutschen Raum sinnvoll sind — von reinen Terminplanern bis zu großen Studio-Suites. Am Ende steht eine ehrliche Empfehlung, für welche Größe welches Tool passt. Cursio ist eines davon, aber nicht die einzige Antwort.
Warum ein Buchungssystem sich schon ab dem ersten Kurs lohnt
Vier Gründe, warum das Tool nicht warten sollte, bis du „richtig etabliert" bist:
- Zeit: Jede manuelle Buchung kostet 3-5 Minuten (Nachricht lesen, Kalender prüfen, bestätigen, Bezahlung nachhalten). Bei 20 Buchungen pro Monat sind das rund 90 Minuten, die du besser in Unterricht steckst.
- Doppelbuchungen: Sobald zwei Kurse parallel laufen oder ein Termin verschoben wird, machst du früher oder später einen Fehler. Ein Kursbuchungssystem sperrt Plätze in Echtzeit.
- Zahlungen: Vorkasse per PayPal-Freunde oder Überweisung führt zu No-Shows von 15-25 %. Wer bei der Buchung bezahlt, kommt.
- Professionalität: Ein sauberer Buchungslink im Instagram-Profil signalisiert, dass du kein Hobby-Angebot bist. Das rechtfertigt auch deinen Preis (siehe Yogastunde kalkulieren).
Tipp: Selbst wenn du erst einen einzigen Kurs anbietest — ein Buchungslink ist eine 5-Minuten-Investition, die dich beim ersten „Ich schick's dir per Insta" nicht mehr blockiert.
Der versteckte Kosten-Faktor ist übrigens nicht das Tool selbst, sondern der Wechsel. Wer erst manuell startet und nach sechs Monaten auf eine Buchungssoftware umzieht, muss Kundendaten, Wartelisten und Zahlungshistorie aus WhatsApp-Verläufen und Excel-Zeilen rekonstruieren. Das kostet realistisch 8-15 Stunden — genug, um beim ersten Setup 20 Minuten mehr Zeit zu investieren.
Die 8 Buchungssysteme für Yogalehrer im Vergleich
Wir haben Fixkosten (monatlich), Provision pro Buchung, DACH-Support und den Zielkunden verglichen. Alle Preise sind Netto-Listenpreise für den Einstiegs-Tarif, Stand Juli 2026.
| Tool | Fixkosten | Provision | Geeignet für | DACH-Support | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|
| Cursio | 0 € (Starter) | 10 % (Pro: 3,5 %) | Solo bis Studio | Ja, deutsch | Bester Start-Fit |
| Eversports | ca. 99 € | 2,9 % | Etabliertes Studio | Ja, deutsch | Solide, teuer für Solo |
| Mindbody | ca. 150 € | keine | Studio-Kette | Englisch dominiert | Overkill für DE |
| Fitogram | ca. 29 € | 0 % | Kleine Studios | Ja, deutsch | Solide Mittelklasse |
| Yolawo | ca. 19 € | 2,5 % | Kurs-Anbieter allgemein | Ja, deutsch | Günstiger Allrounder |
| SuperSaaS | ca. 10 € | keine | Reine Termin-Planung | Englisch / Deutsch | Minimalistisch |
| Setmore | 0 € Basis / 15 € Pro | keine | Einzeltermine | Englisch | OK für 1:1-Coaching |
| YOGO / Yogobooking | ca. 35 € | keine | Yoga-Studios | Englisch (DK) | Nische, wenig DE-Support |
Cursio ist eine deutsche Plattform, die explizit für Yoga-, Pilates- und Fitness-Anbieter gebaut wurde. Der Starter-Tarif kostet 0 €, dafür fließen 10 % Provision pro Buchung an die Plattform. Ab Pro (59 €/Monat) sinkt die Provision auf 3,5 %, Business (199 €/Monat) hat keine Provision mehr. Details findest du unter Preise.
Eversports ist der DACH-Platzhirsch und stark, sobald du ein festes Studio mit Team fährst. Für Solo-Starter ist die Fixgebühr allerdings ein echter Brocken — bei fünf Kursen im Monat frisst sie schnell die Marge. Wer aus dem Solo kommt und sich vergleicht, findet den Detail-Check unter Cursio vs. Eversports.
Mindbody kommt aus den USA und dominiert dort. In Deutschland ist die Oberfläche eingedeutscht, der Support läuft aber überwiegend englisch, und Preise sowie Funktionsumfang zielen auf Ketten. Für einen Einstieg zu groß.
Fitogram ist ein solider Mittelklasse-Anbieter mit deutschem Sitz. Keine Provision, dafür Fixkosten ab ca. 29 € — gut, wenn du regelmäßig Kurse fährst und die Fixgebühr planbar einkalkulieren kannst.
Yolawo deckt Kurs-Anbieter breiter ab (nicht nur Yoga) und ist mit 19 € Einstieg günstig. Weniger Yoga-Nische, dafür flexibel — passt gut, wenn du parallel Kochkurse, Workshops oder Retreats anbietest, die nicht in ein reines Yoga-Raster passen.
SuperSaaS ist ein reines Termin-Tool, sehr günstig, aber ohne Zahlungsabwicklung out-of-the-box. Wer nur eine minimalistische Warteliste braucht, findet hier eine Lösung.
Setmore eignet sich für 1:1-Termine wie Einzelcoaching, weniger für Gruppenkurse. Der Gratis-Tarif ist ehrlich funktional.
YOGO / Yogobooking stammt aus Dänemark und hat eine treue Nutzerbasis unter internationalen Studios. In Deutschland kennt es kaum jemand, entsprechend dünn ist die Community und der Support.
Nach Größe: welches Tool wann sinnvoll ist
Solo-Start (0-30 Buchungen im Monat)
Hier zählt: keine Fixkosten, schnelle Einrichtung, sofort ein teilbarer Link. Bei 30 Buchungen à 15 € Kursgebühr macht der Cursio Starter mit 10 % Provision genau 45 € Plattform-Gebühr — günstiger als jede Fixgebühr in diesem Volumen. Alternative: SuperSaaS mit rund 10 € pauschal, aber ohne integrierte Zahlungsabwicklung.
Unsere Empfehlung: Cursio Starter, weil der Buchungslink direkt in Bio funktioniert und Stripe schon angebunden ist. Warum Fixkosten am Anfang unnötig sind, steht ausführlich unter Buchungssystem ohne Fixkosten.
Rechne einmal grob: Bei 10 Buchungen im ersten Monat und 15 € Kursgebühr zahlst du bei Cursio Starter 15 € Provision. Bei Fitogram sind es 29 € Fix. Bei Eversports 99 €. Die Fixkosten-Modelle rechnen sich erst ab einem stabilen Volumen — und das hast du am Anfang nicht.
Etabliert (30-150 Buchungen im Monat)
Ab hier lohnt der Sprung in einen Pro-Tarif. Bei 100 Buchungen à 15 € zahlst du bei Cursio Pro (59 € + 3,5 %) rund 111 € — vergleichbar mit Eversports, aber ohne Migrations-Aufwand, wenn du schon in Cursio drin bist. Fitogram und Yolawo sind ebenfalls im Rennen, wenn dir Fixkosten sympathischer sind als Provisionen.
Unsere Empfehlung: Cursio Pro oder Fitogram — je nach Vorliebe (variabel vs. fix).
Studio mit Team (150+ Buchungen im Monat)
Jetzt zählen Team-Rechte, Standort-Verwaltung und automatische Krankenkassen-Bescheinigungen. Cursio Business (199 €, 0 % Provision), Eversports oder Mindbody sind alle solide. Bei Team-Größen ab drei Trainern spielt Standort-Management die größere Rolle als der reine Preis.
Unsere Empfehlung: Cursio Business, wenn du bereits mit Cursio gestartet bist — sonst ist Eversports der etablierte DACH-Standard.
Die Grenze zwischen „etabliert" und „Studio mit Team" ist fließend. Als Faustregel: sobald du regelmäßig externe Trainer einbindest, Kurse an zwei oder mehr Standorten anbietest oder Krankenkassen-Erstattungen im dreistelligen Bereich pro Monat abrechnest, brauchst du Team-Rollen. Solange du alles allein unterrichtest, reicht ein Solo-Plan — auch bei 200 Buchungen.
Was du VOR der Auswahl klären solltest
Fünf Fragen, die dir zwei Jahre Migrations-Ärger sparen:
- Ist ein Zahlungsanbieter integriert? Wenn nicht (SuperSaaS, Setmore Basis), musst du selbst mit PayPal-Business oder Stripe nachrüsten — das kostet Zeit und Nerven.
- Sync mit Google- oder Apple-Kalender? Muss ohne Bastelei gehen, sonst führst du weiter zwei Kalender parallel.
- DSGVO und Server-Standort? US-Tools (Mindbody, Setmore) sind rechtlich nicht per se problematisch, aber ein deutsches Hosting mit fertigem AVV — wie bei Cursio — spart die Recherche.
- Native App für Teilnehmer? Nur relevant, wenn du wirklich wiederkehrende Kunden hast. Für Solo-Start reicht ein mobil-optimierter Buchungslink.
- Automatische Rechnungen und EÜR-Export? Cursio, Fitogram und Eversports können das. SuperSaaS und Setmore nicht — dann rechnest du händisch.
Der Berufsverband der Yogalehrenden (BDY) empfiehlt zusätzlich, auf Krankenkassen-Kompatibilität zu achten, wenn du ZPP-zertifiziert unterrichten willst — nicht jedes Buchungs-Tool für Yogalehrer unterstützt die dafür nötigen Teilnehmerlisten sauber.
Bonus-Frage: Wie sieht die Storno-Logik aus? Yoga-Kurse fallen aus, Teilnehmer werden krank, Räume sind belegt. Ein gutes Kursbuchungssystem für dein Yogastudio handhabt Rückerstattungen automatisch, statt dich zum Buchhalter zu machen. Cursio, Eversports und Fitogram haben das eingebaut; bei SuperSaaS und Setmore machst du Refunds manuell in Stripe oder PayPal.
Warum Cursio speziell für den Start gebaut ist
Drei Punkte heben Cursio von den Alternativen ab, wenn du gerade erst loslegst:
1. 0 € Fixkosten im Starter — keine Kreditkarte bei der Registrierung, keine Vertragsbindung, keine Kündigungsfrist. Du zahlst nur, wenn du verdienst. Wenn dein erster Kurs floppt, hast du keine Sunk Costs.
2. In 10 Minuten live — Profil anlegen, ersten Kurs beschreiben, Stripe-Konto verbinden (läuft über Stripe Connect), Buchungslink kopieren, in Instagram-Bio einfügen. Kein Migrations-Chaos, keine drei Wochen Onboarding.
3. Wächst mit dir mit — dieselbe Datenbank vom ersten Solo-Kurs bis zum Studio mit fünf Teammitgliedern. Du wechselst nur den Tarif, nicht das System. Wer bei reinen Solo-Tools startet (SuperSaaS, Setmore) muss beim Skalieren neu aufsetzen — das kostet Kundendaten, Buchungshistorie und Nerven.
Cursio ist kein Rundum-Wunder — für internationale Retreat-Portale ist Eversports stärker aufgestellt, für 1:1-Coaching-Sessions ist Setmore einfacher. Aber für den typischen deutschsprachigen Solo-Start bis kleinen Kursbetrieb ist die Kombination aus 0 €-Einstieg, DSGVO-Hosting und provisionsbasiertem Wachstum als Eversports Alternative für Solo schwer zu schlagen.
Dazu kommt der Faktor Sichtbarkeit: dein Cursio-Profil ist automatisch Teil des öffentlichen Kurs-Katalogs. Wer in deiner Stadt nach Yoga sucht, findet dein Angebot ohne eigene Google-Anzeigen. Das ersetzt kein Marketing, aber es liefert die ersten Buchungen, wenn dein Instagram noch keine Reichweite hat.